Das Revolutionsjahr 1848 (HS/H 14)

 

Zeitungsberichte mit didaktischen Anleitungen und Ratschlägen:

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Kaisersfamilie aus Wien geflüchtet!

 Wien, Oktober 1848. Erneut revolutionäre Bewegungen in Wien! Wie lange werden sich die errungenen Forderungen der Aufständischen halten können? Oder fordern sie sogar neue Rechte ein?

Nachdem vorgestern kaiserliche Truppen nach Wien entsandt wurden, um die Aufständischen zu unterdrücken, versuchten Arbeiter und Studenten gegen die Truppen anzukämpfen. Daraufhin kam es abermals zu blutigen Straßenkämpfen, an denen die beiden oben genannten Gruppierungen beteiligt waren.Tragischer Höhepunkt dieses Geschehens war die Erstürmung des Kriegsministeriums. Bei dieser ...

 

Erstürmung der Stadt Wien

Wien, Oktober 1848. Erneute Aufstände in Wien ließen den Kaiserhof nach Olmütz fliehen. Revolutionäre versuchten abermals, ihre Durchsetzung zu erzwingen.

 Nach der Erhebung von Arbeitern und Studenten vor einigen Tagen, erging ein kaiserlicher Befehl an das Heer, die rebellierende Hauptstadt zu erobern. Viele Anführer der Revolution wurden bei diesem Einsatz verhaftet und verurteilt. Das Urteil lautet auf Erschießung vor dem ...

 

Kommentar zum Einsatz im Unterricht:

Die Zeitungsartikel verdeutlichen den Schülern verschiedene Ursachen für die Revolution. Sie sollen auf die ungerechte soziale und politische Situation hingewiesen werden. Bei der Arbeit mit dem Text werden sich folgende Fragen stellen:
Wie ergriffen die Bürger Selbsthilfe? Was geschah dadurch?

Die Zeitschriftenartikelserie sollte den Schülern eine Hilfe sein, verschiedene Entwicklungen während des Revolutionsjahres zu erkennen.
In weiterer Folge wurde darauf Rücksicht genommen, dass die Artikel einzelne Ereignisse in chronologischer Reihenfolge abdecken - bessere Verdeutlichung des Revolutionsverlaufes. Inhaltlich wurde auch Wert darauf gelegt, dass einzelne Auswirkungen der revolutionären Vorgänge erkannt und im Unterricht in weiterführender Folge erarbeitet werden können.
Sinnvoll wäre es einzelne Artikel für den Unterricht auszuwählen. Diverse Ausschnitte der Revolution können so den Schülern besser verdeutlicht werden. Die Artikel sind in einer für die Schüler verständlichen Sprache verfasst. Um nicht zu viele Informationen hineinzupacken, wurden einige Details nicht so genau behandelt

Ideenvorschläge für den Unterricht:

  • Die Zeitungsartikel können in Verbindung mit einem Zeitstreifen für die Geschehnisse der 48er Revolution erarbeitet werden (Beilage).

  • Die Schüler können zu einzelnen Zeitungsartikeln eine entsprechende Titelsseite für die "Kaiser-Krone" (= Titel der fiktiven Zeitung) gestalten.

  • Vorgabe einer Schlagzeile, ...

 


Der Kaiser wird`s Euch schon zeigen! (Teil 1)

ERZÄHLER: Nach den Aufständen in Frankreich im Jahre 1830 greift die Revolution sogar auch auf Österreich über. Mit größter Aufmerksamkeit verfolgt der Hufschmied Johann Mauermann, der in einem Vorort von Wien lebt, die Vorgänge in Frankreich. Eine Frage beschäftigt Hans’l, wie ihn seine Bekannten nennen, immer wieder. Wie lange wird sich Fürst Metternich in dieser turbulenten Zeit noch halten können?
Nachdem das letzte Pferd beschlagen ist, geht Hans in die Stube, um seiner Frau folgendes zu erzählen

 HANS: Jetzt hat mir gerade der Toni erzählt, dass die radikalen Studenten den Fürst Metternich absetzen woll’n! Hast da noch Worte?! Das darf’s doch gar net geben! Den Fürsten kann man doch net absetzen!

 MARIA: Geh’ Hans’l was redest denn für ein wirres Zeug daher?! Die Studenten sollen erst einmal was Gescheites lernen und nicht solche Flausen im Kopf haben. Vielleicht haben sie auch noch was gegen den Kaiser?

 ERZÄHLER: Maria schaut Hans ganz verdutzt an, denn sie kann nicht glauben, was ihr ihr Mann ...

 

Anmerkungen zum Einsatz im Unterricht:

Das Rollengespräch hilft den Schülern, unter Heranziehung einer anonymen Person, sich ein Bild von der damaligen gesellschaftlichen Situation zu machen - Personifikation.
Laut Lehrplan sollen im Unterricht verschiedene Entwicklungen im Verlauf revolutionärer Veränderungen bearbeitet werden. Das Rollengespräch sollte dieser Anforderung gerecht werden.
Dabei wird sich folgende Frage ergeben: Wie erlebt diese, aus der Gesellschaft herausgenommene Person diverse Entwicklungen während der Revolution? Lässt sie sich von ihrer Einstellung abbringen?
In der dargestellten Situation sollen die Schüler erfahren, wie einzelne Personen diese Ereignisse erleben. Unterschiedliche Auffassungen lassen sich bereits beim Ehepaar Mauermann feststellen.
Das Gespräch, welches in historische Begebenheiten eingebettet ist, ist durchwegs in einem abgeflachten Wiener Dialekt verfasst.
Herr Mauermann wird im Text als eine eher sture, für keine Veränderungen offene, Person dargestellt. Ein Teil des Gespräches verdeutlicht sehr gut die revolutionäre Stimmung in Wien.

Ideenvorschläge für den Unterricht:

  • Wie geht das Leben des Ehepaares Mauermann weiter. Die Schüler könnne versuchen ein weiterführendes Gespräch zu schreiben.
  • Lässt sich Hans von seiner Frau beeinflussen? Vermutungen können dazu angestellt werden.
  • Hans Mauermann ...

 


Interview mit Hans Kudlich dem Bauernbefreier

Reporter: Für mein heutiges Interview ist es mir gelungen, eine der interessantesten Persönlichkeiten des Revolutionjahres 1848 in unseren Interessenskreis für Geschichte einzuladen. Das Gespräch, es ist mir eine Ehre, darf ich heute mit Hans Kudlich führen. Herzlich Willkommen hier bei uns!

Kudlich: Vielen Dank für die Einladung. Es ist mir ein Vergnügen, von meinen Erfahrungen und Erlebnissen interessierten Menschen berichten zu können.

Reporter: Unsere Zuhörer würde bestimmt interessieren, woher ihre Familie stammt. Erzählen Sie uns doch bitte kurz von Ihrer Herkunft!

Kudlich: Also, geboren wurde ich 1823 im damaligen "Böhmisch-Schlesien" als Sohn eines aufgeklärten Bauern. Meine Kindheit verlief ohne größere Sorgen. Dennoch beschäftigte mich als kleiner Junge schon folgendes Problem: Ich verstand es einfach nicht, warum die armen Bauern einen Großteil des Ernteertrages an die immer reicher werdenden Adeligen abliefern mussten.

Reporter: Wollen Sie damit sagen, dass Sie sich schon damals für die Probleme der Bauern einsetzten?

Kudlich: Ich würde nicht gerade sagen einsetzen, aber ich interessierte mich für ihre Sorgen. Es war ...

 

Kommentar zum Einsatz im Unterricht:

In diesem fiktiven Interview steht Hans Kudlich im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Durch diese Personalisierung sollen die Schüler die Freiheitsbestrebungen konkreter Personen im Revolutionjahr leichter erkennen.
In weiterer Folge werden die Ursachen für die Bauernbefreiung aufgezeigt.
Warum setzte sich Hans Kudlich so sehr für die Bauernschaft ein? Diese Grundfragestellung ist in seine Lebensgeschichte eingebettet, die bereits in frühen Kindheitstagen beginnt (Verweis auf jene Szene, als Kudlich seinem Vater auf dem Feld half - Mäuse als Verbündete gegen die Fürsten). Somit kann der Erfahrungshorizont der Schüler in den Unterricht eingebracht werden.
Bei der Darstellung von Kudlichs Leben wird bewusst darauf verzichtet, ihn als Helden hochzustilisieren.
Im fiktiven Interview wird auch auf die allgemeine politische Stimmung zur Zeit der Revolution eingegangen. Dadurch erfahren die Schüler den politischen Hintergrund dieser Zeit.

Ideenvorschläge für den Unterricht:

  • Das Interview kann von Schülern vorgetragen werden. Dabei sollte ihnen jedoch der Text zur Vorbereitung mit nach Hause gegeben werden. Dadurch sollte ein flüssiges Vortragen gewährleistet sein.
  • Das Interview kann vom Lehrer unterbrochen werden. In weiterer Folge können schriftlich oder mündlich Vermutungen über den weiteren Fortgang angestellt werden.
  • Kudlich ...

 

 
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Autor: Petra Öller   -
Zentrum für innovative Pädagogik an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz
Layout. Elke Wöß
Letzte Aktualisierung:   17. September 2001

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