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"Wer
das Reich der Mathematik entdecken will, muss es sich selbst erschaffen!"(1) |
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EINLEITUNG Wie notwendig Mathematiklernen in Sinnzusammenhängen ist, werden hoffentlich immer weniger Menschen anzweifeln. Kinder wollen ebenso wie Erwachsene in ihren Handlungen einen Sinn erkennen. Die Sprache spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Jeder, der sich auf eine Sache einlässt, ein Problem aufgreift, wird sich in Gespräche einlassen. "Das erste, womit das Verstehen beginnt ist, dass uns etwas anspricht."(1) Neben dem "Gespräch" mit dem Stoff ist aber auch das Gespräch mit anderen Menschen, die in einer Beziehung zu diesem Stoff stehen, wichtig. Die sogenannte Sprache des Verstehens ermöglicht interaktives Verarbeiten erlebter und erzählter Erfahrungen. Kinder werden sich in ihrem Denken ernst genommen fühlen und werden so eine positive Einstellung zur Mathematik entwickeln. Die Vielfältigkeit der Mathematik bringt es jedoch mit sich, dass es Stoffgebiete gibt, die einen stärker ansprechen und andere wieder weniger. In diesem Beitrag wird der Bereich "Größen im Mathematikunterricht" herausgefasst, der sehr stark von der Sprache dominiert wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Größen im täglichen Leben eine sehr große Rolle spielen: "Von der Wiege bis zur Bahre ist der Mensch unserer Tage mit dem Messwesen eng verbunden. Er bekommt Kontakt mit ihm bereits bei seiner Geburt durch Feststellung der Zeit seiner Ankunft auf der Welt, mit der Bestimmung der Masse des Neugeborenen durch eine Wägung und durch das Messen seiner Körpergröße uns seines Kopfumfanges ... Fast alles, was der Mensch für seine Lebensbedürfnisse benötigt, wird gemessen."(Padelt/Laporte, 1964, S. 13) Bevor man sich jedoch im reinen Rechnen mit Größen (Geldbeträgen, Längen, Zeitspannen, Massen, Flächeninhalte, Volumina) verliert, ist es notwendig, sich handelnd damit auseinanderzusetzen, um eine Vorstellung einzelner Größen zu bekommen, sich Größenbegriffe anzueignen, um diese auch anwenden zu können. Eine anschauliche Vorstellung wird zunächst mit Repräsentanten erreicht, die miteinander verglichen werden und schließlich die Notwendigkeit standardisierter Maßeinheiten klar machen. Die Repräsentanten der Größen (z. B. Körpermaße, Gegenstände aus der Umwelt, Vorgänge ...) haben eine lange Geschichte und sind eigentlich als "Kulturgut" zu verstehen.
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HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES MESSENS UND DER MASZSYSTEME (2) Unter Maß und Gewicht verstand man Einheiten wie Länge, Fläche, Volumen und Masse, die vor allem beim Warenaustausch, Bauwesen und der Landvermessung verwendet wurden. Das Messwesen begann
wahrscheinlich mit der Zeitbestimmung und der Wegmessung. Im römischen
Reich wurde bis zu dessen Untergang sehr auf einheitliche Maße und
Gewichte geachtet, ein Zustand, der erst mehr als 1000 Jahre später
wieder erreicht wurde.
Heute sind wir - abgesehen
von der Zeit - dekadische Verwandlungszahlen gewöhnt. Bei den Gewichtseinheiten können wir bis zur Einführung des metrischen Systems drei Hauptgruppen unterscheiden:
Darüber hinaus
waren häufig noch weitere Werte in Benutzung. Die Stadt Frankfurt
am Main hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts vierzehn verschiedene Gewichtsarten.
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SPRACHEN UND GRÖSZEN Bei der geschichtlichen Betrachtung dieses Bereiches wirft sich die Frage auf, ob es zu einer Mathematisierung der Sprache gekommen ist oder ob die Sprache Werkzeug für mathematische Einsichten darstellt? Jedenfalls war diese starke Verknüpfung von Sprache und Mathematik, vor allem im Bereich der Repräsentanten Anlass, sich intensiver damit auseinanderzusetzen, wie stark sich die Welt in dieser Symbiose spiegelt. In den Didaktikseminaren 1999 und 2000 sammelten Studierende Redewendungen, Sprichwörter, "geflügelte Worte", die im wahrsten Sinne des Wortes genommen eigentlich Repräsentanten von Größen darstellten. Diese Basisarbeit wurde nun zu diesem Artikel ausgebaut, vertieft und dem Leser für "Muße-Stunden" zur Verfügung gestellt [Aristoteles unterteilt das Leben in der griechischen scolé in "Muße" (sinnvolle Erfüllung des Lebens) und "Unmuße" (das Lebensnotwendige)](1). Redewendungen sind idiomatisch gesehen vorgefertigte Bauteile. Wortgruppen und ganze Sätze werden in immer derselben Weise verknüpft. Charakteristisch ist, dass die "Fertigteile" nicht verändert oder ausgetauscht werden können, die Gesamtbedeutung aber kaum mit der Bedeutung der Einzelwörter in Verbindung zu bringen sind. Besonders reich an Redewendungen ist die Umgangssprache. Interessant ist, dass durch die Redewendung immer wieder Verknüpfungen von verschiedenen Größenbereichen entstehen. Eine gewisse Ordnung wird in diesem Beitrag sowohl nach dem wörtlichen Gebrauch als auch nach der Bedeutung angelegt, was aber durchaus zur Komik dieser Ausführungen beiträgt. |
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REPRÄSENTANTEN (NICHT ZU ENG GESEHEN) IM VOLKSMUND
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LITERATUR:
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ZU DEN AUTORINNEN:
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